4. Beispiel einer ausformulierten Schlussfolgerung einer Abschlussarbeit
Beispielkonklusion für eine Abschlussarbeit zum Thema "Kognitive Schulden und die Nutzung von ChatGPT in intellektuellen Praktiken von Studierenden"
Diese Abschlussarbeit hat versucht, eine präzise Frage zu beantworten: Erzeugt die Nutzung von ChatGPT eine echte kognitive Schuld, und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Die Antwort ist nuanciert, aber klar. Ja, diese Schuld existiert. Nein, sie ist nicht unvermeidlich. Sie ist nicht das Produkt des Werkzeugs selbst, sondern des Verhältnisses, das der Nutzer zu ihm unterhält.
Was von dieser Arbeit wohl am nachhaltigsten in Erinnerung bleiben wird, ist ein bestimmtes Bild: Studierende, die mit einer Aufgabe konfrontiert wurden, ohne Zugang zum Werkzeug, und unfähig waren, den Anfang eines Gedankengangs zu formulieren, den sie einige Monate zuvor noch hätten skizzieren können. Keine stabile Unfähigkeit. Eine verlorene Gewohnheit. Ein Muskel, der nicht mehr beansprucht worden war. Diese Beobachtung, mehr als jedes statistische Ergebnis, zeigt, was kognitive Schuld konkret bedeutet.
Diese Verschiebung des Blicks, vom Werkzeug hin zu dessen Nutzung, ist vielleicht der nützlichste Beitrag dieser Arbeit zu einer Debatte, die dazu neigt, sich in Grundsatzpositionen zu verlieren. Die pädagogische Frage, die offen bleibt, ist nicht die des Verbots oder der Erlaubnis, sondern jene der Bedingungen, unter denen Institutionen Umgebungen schaffen können, in denen legitime Delegation und Vermeidung unterscheidbar bleiben. Ein weites Feld, das eigene Forschungsarbeiten verdient.
Ich möchte den Lehrenden danken, deren Anmerkungen die Reflexion geschärft haben, den Teilnehmenden, die bereit waren zu beobachten und beobachtet zu werden, und jenen, die die Zweifel ausgehalten haben, die mit einer solchen Arbeit einhergehen. Eine Abschlussarbeit ist dem Anschein nach eine einsame Angelegenheit. Sie ist immer das Produkt einer Reihe von Gesprächen, ohne die das Denken keinen festen Boden findet.