Einige Ratschläge um Plagiate zu vermeiden

  1. Definition Plagiat
  2. Ordentlich seine Quellen angeben
    1. Warum
    2. Wie
    3. Ist es immer nötig Zitate anzuwenden?
  3. Um die Frage zu vertiefen…
    1. Normen
    2. Referenzseiten

Das Plagiat: Definition

Wikipedia, die freie Enzyklopädie, schlägt folgende Definition des Wortes Plagiat vor:

"Plagiatist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes oder Teil eines eigenen Werkes. Dieses kann sowohl eine exakte Kopie, eine Bearbeitung (Umstellung von Wörtern oder Sätzen), eine Nacherzählung (Strukturübernahme) oder eine Übersetzung sein. Manche Quellen klassifizieren auch erfundene Daten und unzureichend gekennzeichnete Zitate als Plagiate.

Ein Plagiator kann zum Schadensersatz gegenüber dem Urheber verpflichtet werden und er macht sich unter bestimmten Voraussetzungen sogar strafbar. An deutschen oder schweizerischen Universitäten kann ein Plagiat zur Exmatrikulation führen, sicher aber zur schlechtesten Note. An amerikanischen Universitäten bedeutet es eine Anklage vor dem Students Court und immer eine harte Strafe, meist den endgültigen Verweis von der Universität."

Seine Quellen angeben

Warum

Das Zitierrecht ist auf eine Pflicht abgestimmt, nämlich die Pflicht, die Quellen der Zitate anzugeben.
Für das Angeben der Quellen müssen bestimmte Regeln respektiert werden, die wichtigste ist es, ein Zitat in Anführungszeichen zu setzen.

Die Zitierregeln erlauben dem Leser:

  1. Die Zitate im Text schnell zu finden.
    Es ist möglich die eigenen Wörter und Ideen von denjenigen, die von einer dritten Person stammen, abzugrenzen.
  2. Direkt ihre Quellen anzusehen, um
    • Die Integrität ihrer Zitate zu überprüfen (keine Änderung)
    • Die Vollständigkeit ihrer Zitate zu überprüfen (keine Textstreichungen können den Sinn des Satzes verändern)
    • Die Menge ihrer Zitate im Verhältnis zu ihren Worten und denen des Autors zu überprüfen
    • Ihre Äußerungen zu vertiefen, indem der Leser die Möglichkeit hat, ihre Referenztexte zu studieren.

Wenn Sie ihre Zitate nicht angeben schöpfen andere Verdacht, dass sie keine Recherche durchgeführt haben, sondern sogar das Werk eines anderen Autors als ihr eigenes ausgegeben haben.
Wenn Sie dagegen Ihre Zitate passend angeben kann der Leser die Reichhaltigkeit Ihrer Forschungsarbeit, die Qualität der Synthese und die Richtigkeit Ihrer persönlichen Analyse besser beurteilen.

Wie

Das Zitat identifizieren

Wenn man in einem Text zitiert, verlangen die Regeln, dass

  1. das Zitat in Anführungszeichen gesetzt wird
    « ihr Text »
  2. Benutzen Sie eckige Klammern und drei Punkte um einen unwichtigen Teil des Zitats wegzulassen.
    [...]
  3. Respektieren Sie die original Zeichensetzung, Großbuchstaben, fette oder kursive Zeichen und sogar Fehler (wenn es welche gibt)!

Jedes Zitat muss sich ebenfalls auf sein Originalwerk beziehen.

  • direkt im Text stehen Informationen über den Autor und das Veröffentlichungsdatum:
  • Beispiel
    „Nach einer Studie der Bank of America, […]denken immer mehr, dass japanische Autos besser konzipiert sind als die von GM, Ford oder Chrysler.“ (Arnaud DUMAS, 2007)

  • und/oder durch das Einfügen einer Fußnote.
    Diese Fußnote enthält mehrere Informationen über das Werk, den Autor, den Titel, das Veröffentlichungsdatum, die Seite(n)…:

    Beispiel
    „Nach einer Studie der Bank of America, […]denken immer mehr, dass japanische Autos besser konzipiert sind als die von GM, Ford oder Chrysler.“ (1)

    (1) Arnaud DUMAS, Die Bedingungen eines französischen „come-back“, L’Usine Nouvelle, 2007, S. 26
    Die letztere Methode wird vor allem gern in Humanwissenschaften angewandt.

Eine Reformulierung wieder finden (Paraphrase)

Wenn sie einen Satz reformulieren möchten, genügt es nicht für jedes Wort, dass der Autor benutzt ein Synonym zu suchen. Die Syntax muss komplett überarbeitet werden und jedes Wort, das vom Autor übernommen wird muss in Anführungszeichen gesetzt werden.
In jedem Fall dürfen Sie nicht vergessen die Quelle anzugeben, wie in den vorherigen Beispielen.

Referenz in der Bibliographie

Bei der Erstellung Ihrer Bibliographie gibt es je nach Art der Quelle unterschiedliche Regeln zu beachten:

Buch

In dieser Reihenfolge müssen stehen: NACHNAME und Vorname, Titel, Ausgabe, Ort des Verlags, Verleger, Veröffentlichungsjahr, Seite(n)

Beispiel
MOORE, Geoffrey A. Crossing the chasm. 1. Ausgabe, New York: HarperCollins Publishers, 2006, S. 227

Zeitschrift

NAME, Vorname. „Titel des Artikels“. Titel der Zeitschrift, Veröffentlichungsdatum, Band, Nummer, Seitenangabe.

Beispiel
ANDREAU, Sylvie – "Des managers condamnés à la croissance" - L’Usine nouvelle - 11 Januar 2007, Nr. 3037, S. 62-67

Mündliche oder kurzlebige Quellen

Autor der Mitteilung, „Titel der Mitteilung“, Titel der Tagung, Datum der Tagung, Ort der Tagung

Beispiel
Marie-Hélène DELMOND. "Du savoir faire de l'entreprise hiérarchique au savoir-gérer de l'entreprise en réseau : le cas de l'externalisation des services informatiques". Sitzung der 3. Tagung IFSAM, 8-11 Juli 1996, Paris.

Internetseite

NAME, Vorname oder ORGANISATION, Titel der Seite, Konsultiert am TT.MM.JJJJ Website

Beispiel
Olivier DUMONS, Le Monde. "Le grand filtrage des internautes français va bientôt commenceri",
konsultiert am 10.06.2008 auf der Website http://www.lemonde.fr/technologies/article/2008/06/06/
le-grand-filtrage-des-internautes-francais-va-bientot-commencer
_1055014_651865.html#ens_id=1048963

Jedes Element muss durch eine geeignete Zeichensetzung getrennt werden.

 

Ist es immer notwendig Zitate einzufügen?

Die Anwendung eines Zitats ist nicht gerechtfertigt, wenn man eine bekannte oder bereits weit verbreitete Tatsache ausdrücken will.

Es ist wiederum notwendig, wenn:

  • Sie die Äußerungen eines anderen wiedergeben
  • Sie die Gedanken anderer wiedergeben
  • Sie in Ihre Arbeit visuelle oder akustische Elemente integrieren, von denen Sie nicht der Autor sind

Um die Frage zu vertiefen...

Normen

Die Normen ISO definieren die Identifikationsregeln der Zitate und der Darstellung der Referenzen in der Bibliographie..

  1. ISO 690:1987
    Documentation – Bibliographic references: content, form and structure
    Normalisierung vom 27. August 1987, durch das Technische Komitee TC 46/SC 9
  2. ISO 832:1994
    Information and documentation – Description and bibliographic references – Rules for abbreviation of words and word combinations
    Normalisierung vom 24. November 1994, durch das Technische Komitee TC 46/SC 9
  3. ISO 690-2:1997
    Information and Documentation – Bibliographic References, Part 2: electronic documents, entire documents or parts of documents
    Normalisierung vom 6. November 1997, durch das Technische Komitee TC 46/SC 9
  4. ISO 12615:2004
    Bibliographic references and source identifiers for terminology work
    Normalisierung vom 6. Dezember 2004, durch das Technische Komitee TC 37/SC 2

Einige Referenzseiten

Viele Universitäten und Hochschulen begleiten auf Wunsch ihre Studierende bei dem Schreiben einer Studienarbeit.
Hier finden Sie einige interessante Adressen

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